«Velofahren ist ein Stück Freiheit»
Der ehemalige Radrennfahrer und heutige Leiter des Könizer Polizeiinspektorats Sven Montgomery (44) setzt im Alltag aufs E-Bike – damit er nicht verschwitzt zur Arbeit erscheint.
«Es mag aus dem Mund eines ehemaligen Radrennfahrers komisch klingen, aber ich finde E-Bikes eine wunderbare Erfindung. Wenn ich zur Arbeit fahre, nehme ich immer das E-Bike. Dies hat einen einfachen Grund: Ich kann noch heute mit dem Rennvelo nicht normal fahren. Wenn ich normal sage, dann meine ich: langsam. Ich kann nicht anders als mit Druck zu fahren. Das ist wohl Teil meiner DNA. Und weil ich nicht komplett verschwitzt im Büro oder bei einer Besprechung ankommen will, nehme ich eben mein E-Bike. So kann ich mich entspannen.
Bin ich hingegen mit dem Rennvelo unterwegs, dann packt mich noch heute der Ehrgeiz. Sehe ich einen Fahrer vor mir, dann ist es mein Ziel, diesen zu überholen. Gelingt mir dies, verspüre ich eine gewisse Genugtuung. Was ich auch heute nicht verstehen kann: dass Leute beim bergab fahren nicht in die Pedale treten. Auch wenn ich gerne schnell fahre, ich versuche mich immer an die Regeln zu halten. So kommt es öfters vor, dass ich bei einem Rotlicht warte und andere Velofahrer ohne mit der Wimper zu zucken weiterfahren.
Ehrlich gesagt, finde ich das manchmal etwas störend. Während für mich früher der Wettkampf das Schönste war am Velofahren, so ist es heute das Erlebnis in der Natur. Bin ich mit meiner Familie oder mit Freunden auf dem Velo unterwegs, dann sauge ich die Natur regelrecht auf. Gerade während der Corona-Zeit haben wir als Familie viel Zeit auf dem Velo verbracht – meine Frau mit unserem Kleinen auf dem E-Bike und ich auf dem Rennvelo. Es war ein Stück Freiheit, ja, das pure Glück.»
Autorin: Lisa Stalder
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