Sie nennt ihr E-Bike «Blüemli»
Beim Velofahren kann die pensionierte Bäuerin Elisabeth Burren (73) aus Gasel ihre Seele baumeln lassen.
«Es begann, als ich vor vielen Jahren mit zwei anderen Bäuerinnen vor dem Coop in Wabern Backwaren verkaufte. Ein Kunde hatte mir sein Elektrovelo gezeigt und mir erlaubt, eine Runde zu fahren. Da wusste ich: So eins will ich auch. Inzwischen habe ich ein E-Bike, ich nenne es Blüemli, weil ich es mit Blumen habe verzieren lassen. Mit dem Velo bin ich viel flexibler als mit dem Auto, ich finde immer und überall einen Parkplatz. Auch in der Stadt. Es ist praktisch, ich kann fast alle meine Kommissionen in mein Körbli packen.
Bin ich mit dem Velo unterwegs, kann ich meine Seele baumeln, meine Gedanken schweifen lassen. Ich mag es, den Fahrtwind zu spüren und die Natur zu riechen und zu beobachten. Ich gebe zu, ich fahre gerne schnell. Aber ich passe immer sehr gut auf und nehme Rücksicht auf andere. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre das ein zweiter Velostreifen auf der Turnierstrasse durch den Könizbergwald.
Ich bin schon immer gerne Velo gefahren. Gelernt habe ich es auf jenem meiner Mutter. Ein Erwachsenenvelo, auf dessen Sattel ich mich gar nicht setzen konnte. Mein erstes eigenes Velo kaufte ich mir mit dem Lohn aus dem Welschlandjahr, da war ich 17 Jahre alt. Schön, dass ich meine Freude fürs Velofahren auch meinen Kindern und Grosskindern vermitteln konnte. Meinem ältesten Grosskind habe ich zur Konfirmation eine Velotour geschenkt. Mit den Elektrovelos fuhren wir über die Herzroute bis an den Bodensee. Es war eine wunderbare Woche.»
Autorin: Lisa Stalder
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