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«Der Draht-Esel ist weniger stur als unser Eseli»

Am 6. Dezember sind Martina Summermatter und Tanja Hug zufällig Samichlous und Schmutzli auf dem Velo begegnet. Sie haben die Gelegenheit genutzt, den beiden ein paar Fragen zu stellen.

Setzen aus praktischen Gründen gerne auf den Draht-Esel: Samichlous und Schmutzli unterwegs in Köniz. I Foto: Daniel Bill
Setzen aus praktischen Gründen gerne auf den Draht-Esel: Samichlous und Schmutzli unterwegs in Köniz.  Foto: Daniel Bill

Lieber Samichlous, lieber Schmutzli. Uns wundert: Wo ist Euer Esel?
Samichlous:
Köniz wächst, es gibt mehr Kinder. Da müssen wir rascher unterwegs sein können. Der Esel ist da inzwischen zu langsam. Daher nehmen wir nun manchmal unseren Draht-Esel. Der ist praktisch und schnell. 

Schmutzli: Und das Velo lässt sich fast überall kurz abstellen – das ist mit dem Esel immer etwas aufwendiger. Zudem kann der manchmal sehr stur sein.

Aber auf einem Esel lässt sich sicher mehr transportieren?
Samichlous: Das schon. Es ist aber immer wieder erstaunlich, was man alles auf ein Velo packen kann. 

Ist Euch nicht kalt? Der Winter ist nicht gerade die Hauptsaison fürs Velofahren. 
Schmutzli: Im Gegenteil. Wenn es bergauf geht, wird uns manchmal ziemlich warm.

Samichlous: Entscheidend ist, wie man sich anzieht. Mein Tipp: Schichten! Je nach Wetter habe ich eine Schicht mehr oder weniger an.

Schmutzli: Und gute Handschuhe. Mit gut meine ich: winddicht.

Warum habt Ihr kein E-Bike?
Samichlous:
So ein Velo mit Strom-Motor? Für das habe ich ja den Schmutzli hinten auf dem Velo (lacht).

Schmutzli: Wir haben eine innige Beziehung zu unserem Draht-Esel – ein E-Bike ist vielleicht eine Option für später, wenn wir älter sind oder die Distanzen noch grösser werden. Wenn es zu steil wird, dann stossen wir halt.

Seid Ihr zufrieden mit dem Winterdienst in der Gemeinde?
Samichlous:
Ja! Vor allem wenn man bedenkt, wie gross das Gebiet ist. Und die Erwartungen sind von uns allen sehr hoch. 

Schmutzli: Wir sind sehr früh unterwegs, da kann es sein, dass noch nicht überall geräumt und gesalzen ist. Wir nehmen das gelassen und gehen dann auch mal zu Fuss oder fahren später los. Man munkelt, dass die Gemeinde die Velohauptrouten in die erste Priorität nehmen will. Das wäre erfreulich.

Samichlous: Da sind viele stille Schaffende im Einsatz. Mir wurde mal gesagt, die Gemeindemitarbeitenden vom Unterhalt hätten von November bis März Feriensperre, damit sie bei Bedarf sofort reagieren können und genügend Leute da sind. Da ist ein grosser Dank angesagt.

Was ist Eure Lieblingsroute?
Samichlous
(überlegt einen Moment): Das ist schwierig zu sagen. Mir gefällt in Köniz die Abwechslung. Dort, wo weniger Menschen wohnen, wie in Herzwil oder in Oberscherli, freue ich mich über die immer wieder schönen Ausblicke über die Landschaft. Dort, wo es viele Häuser hat, wie in Wabern oder im Wangental, treffen wir viele Menschen, die uns zuwinken und zulachen. 

Schmutzli: Das stimmt. Letztens mussten wir an einer Kreuzung kurz warten. Da ist ein Vater mit Velo neben uns gefahren. Der Bub im Anhänger hat die Zeit genutzt und einen Schwatz mit uns gehalten. Das hat mich berührt.

Was wünscht Ihr Euch?
Schmutzli:
Ein bisschen mehr Rücksicht. Ist doch egal, wie wir unterwegs sind. Ob zu Fuss, mit dem Auto, mit dem Velo oder dem Esel. Jede und jeder möchte doch einfach sicher und ohne «Gjufu» ans Ziel kommen.

Samichlous: Das sehe ich auch so. Das würde den Menschen guttun – besonders in diesen Zeiten. Statt Schimpfen und Drängeln: einander zunicken, lächeln und freundlich den Vortritt lassen. Das gibt viele schöne Begegnungen …

Tanja Hug und Martina Summermatter