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Der Pfleger auf zwei Rädern

Der 19-jährige Luca Miro Rothacher arbeitet für die SPITEX Region Köniz. Zu den Kundinnen und Kunden fährt er mit dem Velo – und erntet dafür Anerkennung und manchmal etwas Mitleid.

r Luca Miro Rothacher posiert mit seinem E-Bike vor der Spitex Hessgut
«Ja heit de dir nid chalt?» Das Stirnrunzeln mancher Kunden ist nicht nötig: SPITEX-Pfleger Luca
Miro Rothacher machen Regen und Kälte nichts aus. Foto: Daniel Bill

«Ich fahre Velo, seit ich denken kann. Als Kind war ich vor allem mit dem Bike unterwegs. Einmal war ich sogar in einem Bike-Lager. Mein erstes Bike war rot und hatte eine Scheibenbremse, das fand ich sehr cool.

Heute brauche ich das Velo ausschliesslich für die Arbeit. Im Sommer habe ich die Ausbildung zum Fachmann Gesundheit abgeschlossen. Diese habe ich bei der SPITEX Region Köniz absolviert, wo ich noch bis Ende Jahr arbeite. Danach rücke ich in die Rekrutenschule ein.

Per E-Bike zu den Kundinnen und Kunden

Den Arbeitsweg von meinem Zuhause in Bümpliz nach Köniz lege ich mit meinem eigenen Velo zurück, einem relativ schweren Stadtvelo. Um zu meinen Kundinnen und Kunden zu gelangen, stellt mir die SPITEX ein modernes E-Bike zur Verfügung.

Das ist natürlich sehr praktisch, erstreckt sich mein Arbeitsgebiet doch vom Spiegel bis nach Kleinwabern, da hat es schon die eine oder andere Steigung.

Dank Velo mehr Zeit für die eigentliche Arbeit

Dass ich mit dem Velo unterwegs bin, ist manchmal auch bei den Kundinnen und Kunden ein Thema. Ein Kunde, der sehr umweltbewusst lebt, findet es toll, dass ich mich mit dem Velo fortbewege. Er fragt jeweils, wie meine Fahrt war und welchen Weg ich genommen habe.

Andere hingegen haben etwas Mitleid mit mir, gerade wenn es regnet oder die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt liegen. Aber ich kann sie jeweils beruhigen: Ich geniesse das Velofahren sehr. Es tut mir gut, ich bin selten krank. Mit dem Velo komme ich sehr schnell voran, sodass ich genügend Zeit für die Kundinnen und Kunden habe. Inzwischen kenne ich in meinem Einsatzgebiet fast jede Strasse.

Wenn es auf der Hauptachse etwas viel Verkehr hat, sieht man mich durch die Quartiere kurven. Meist läuft alles einwandfrei. Aber es ist schon vorgekommen, dass während des Wochenenddienstes das E-Bike plötzlich streikte. Da wäre ich froh gewesen um einen Velo-Pikettdienst – ein Telefon und schon hilft einem jemand aus der Patsche. Ein solcher Service wäre echt ‹gäbig›.» 

Aufgezeichnet von Lisa Stalder

Möchten Sie Ihre eigene Geschichte erzählen? Schreiben Sie an verkehr@koeniz.ch mit dem Stichwort «Fuss Velo Köniz Geschichte».

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