Das Leiterwägeli als Ersatz fürs Auto
Der 42-jährige Geograf Thomas Wüthrich aus Köniz transportiert in seinem Leiterwagen Gasflaschen, Skis oder seine Kinder – und kommt dabei oft mit Fremden ins Gespräch.
«Als ich vor einigen Jahren vom Emmental in Richtung Stadt zog, merkte ich, dass ich kein eigenes Auto mehr brauche. Zu Fuss, mit dem Velo und dem ÖV hatte ich genügend Möglichkeiten, von A nach B zu kommen. Aber ich brauchte ein Gefährt für die schweren Lasten. Und so stiess ich auf meinen faltbaren Leiterwagen. Das Wägeli kommt beispielsweise zum Einsatz, wenn ich Glas oder Papier entsorgen muss oder wenn der Grill eine neue Gasfl asche braucht. Im Wagen lässt sich fast alles transportieren: das 12erPack Milch, die Skiausrüstung und – als sie noch kleiner waren – meine Töchter.
Ich brauche den Wagen nicht nur im Alltag, auch in den Ferien tut er mir gute Dienste. Als ich mit den Kindern im Tessin campen war, wurde der Wagen gar zum Verkaufswägeli umfunktioniert. Meine Modis hatten mit Freunden Maroni gesammelt, diese geröstet und in selbst gemachte Papiertüten gepackt. Mit der Ware im Wagen zogen sie los und verkauften sie an andere Camper.
Es war ein Riesenerfolg. Als ich den Wagen anschaffte, war ich noch ein Exot. Heute sieht man immer mehr solche Gefährte. Trotzdem ziehe ich auch heute noch viele Blicke auf mich, wenn ich mit dem Wagen unterwegs bin. Nicht selten werde ich von Fremden angesprochen. Kürzlich kam ich mit einem älteren Ehepaar ins Gespräch, die sich nun überlegen, einen Leiterwagen für die Grosskinder anzuschaffen. Ich kann es nur empfehlen, der Alltag wird dadurch etwas leichter – und ereignisreicher.»
Autorin: Lisa Stalder
Möchten Sie Ihre eigene Geschichte erzählen? Schreiben Sie an verkehr@koeniz.ch mit dem Stichwort «Fuss Velo Köniz Geschichte».